Wirtschaft

Banco de España meldet deutlich mehr künstliche Intelligenz-Nutzung in Spaniens Unternehmen

Der Banco de España hat am 28. Oktober 2026 das Documento Ocasional 2624 veröffentlicht. Demnach hat sich die Nutzung von Künstlicher Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen seit 2024 auf rund 30 bis 35…

Der Banco de España hat am 28. Oktober 2026 das Documento Ocasional 2624 veröffentlicht und eine deutlich stärkere Verbreitung von Künstlicher Intelligenz in Spaniens Unternehmenssektor festgestellt. Nach Angaben des Berichts hat sich die Nutzung in kleinen und mittleren Unternehmen seit 2024 mehr als verdoppelt und liegt nun bei rund 30 bis 35 Prozent. In großen Unternehmen erreicht sie etwa 70 Prozent. Grundlage sind Auswertungen der Encuesta del Banco de España über die Aktivität der Unternehmen in Verbindung mit bilanziellen Daten der Central de Balances Integrada.

Als unmittelbare Wirkung auf die Beschäftigung beobachtet der Bericht bislang nur begrenzte Veränderungen. Dagegen melden Firmen mit intensiverem KI-Einsatz häufiger Produktivitätsgewinne, höhere Investitionen und eine stärkere Ausstattung mit immateriellen Vermögenswerten. Zugleich bleiben strukturelle Unterschiede ausgeprägt: Digital affine Branchen und größere Betriebe adaptieren schneller, während traditionelle, arbeitsintensive Sektoren sowie kleinere Firmen zurückliegen. Unternehmen, die bislang nicht einsteigen, nennen vor allem knappe Ressourcen und eine geringe wahrgenommene Nützlichkeit als Gründe.

Die Analyse ordnet die Befunde in frühere Arbeiten des Banco de España ein, die bereits einen Rückstand Spaniens gegenüber Teilen der Europäischen Union dokumentiert hatten. Neu ist die detaillierte Verknüpfung von Nutzungsintensität mit bilanziellen Merkmalen und Investitionsmustern. Die Autorinnen und Autoren unterscheiden ausdrücklich zwischen gemessenen Effekten, Ergebnissen aus Befragungen und vorsichtigen Annahmen über künftige Entwicklungen. Langfristige Auswirkungen auf Beschäftigungsstruktur und Löhne gelten demnach als offen und erfordern weitere Beobachtung.

Für die Wirtschaftspolitik leitet der Bericht Handlungsfelder ab: Erleichterter Zugang zu Finanzierungen für digitale Investitionen, gezielte Weiterbildung zur Verringerung von Qualifikationslücken und technische Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen. Ergänzend verweist die Studie auf laufende regulatorische Initiativen, darunter nationale Sandbox-Programme für Künstliche Intelligenz, die Governance und Rechtsrahmen erproben sollen.

Die Veröffentlichung liefert damit einen aktuellen, empirisch unterfütterten Zwischenstand zur KI-Diffusion in Spanien. Ihr Kernbefund ist eine wachsende Kluft zwischen produktiveren, KI-nutzenden Unternehmen und Nachzüglern. Ob sich daraus ein breiter Produktivitätsschub für die Gesamtwirtschaft ergibt, hängt nach Einschätzung des Banco de España von der weiteren Verbreitung, der Qualität der Implementierungen und von begleitender Politik ab.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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