Balearen

Balearen-Opposition fordert Sondersitzung zu Hintergründen der Entlassung der Küstendirektorin

PSIB, MÉS per Mallorca, Més per Menorca und Unidas Podemos beantragen am 19. August eine außerordentliche Plenarsitzung, damit Conseller Juan Manuel Lafuente die Abberufung von Maria Joaquina Ferrer erläutert.

Am 19. August 2026 haben PSIB, MÉS per Mallorca, Més per Menorca und Unidas Podemos im Parlament der Balearen die Einberufung einer außerordentlichen Plenarsitzung beantragt. Der Conseller für Meer und Wasserkreislauf, Juan Manuel Lafuente, soll dort die Entlassung der Leiterin der Dirección General de Costas y Litoral, Maria Joaquina Ferrer, erklären. Die Fraktionen bitten die Diputación Permanente, das Parlament kurzfristig zu laden.

Ferrer war am 7. August 2026 abberufen worden. Die Regierung begründete den Schritt mit einer Verschlechterung der Dienstleistungsqualität an Stränden – besonders auf Formentera – sowie mit Divergenzen zwischen Lafuente und der Direktorin. Zugleich setzte der Govern den Beamten Joan Jaume Mulet als Nachfolger ein. In den Tagen nach der Abberufung wurden in regionalen Medien Vorwürfe über politische Einmischungen in fachliche Entscheidungen der Küstenverwaltung öffentlich, insbesondere bei Genehmigungen für Liegen- und Sonnenschirmflächen. Eine von Ferrer verbreitete Unterstützungsnote von 21 Beschäftigten der Abteilung hob die Anwendung von Rechts- und Fachkriterien hervor. Vertreter der Regierung wiesen die Anschuldigungen zurück; auf Formentera dementierte die Inselgruppe Sa Unió Druck im Zusammenhang mit Konzessionen.

Die Oppositionsfraktionen sehen einen Klärungsbedarf in einer Frage von erheblicher Tragweite: Die Zuständigkeiten der Dirección General de Costas betreffen den Schutz des öffentlichen Strandes ebenso wie wirtschaftliche Interessen lokaler Betreiber. Der Konflikt fällt zudem in eine Phase, in der die Balearen immer wieder ein größeres Mitspracherecht gegenüber dem Zentralstaat bei Küstenthemen einfordern. Lafuente hatte in den vergangenen Monaten wiederholt mehr Einfluss der Autonomie auf Fragen des Litorals verlangt.

Formell entscheidet nun die Diputación Permanente über den Antrag; kommt sie ihm nach, legt das Parlament den Termin fest. Bislang liegen keine gerichtlichen Feststellungen zu den behaupteten Einflussnahmen vor; entsprechende Vorwürfe sind daher als zugeschriebene Aussagen zu werten. Politisch könnte der Vorgang die Regierung von Präsidentin Marga Prohens belasten. Zugleich betont die Regierungsseite, der personelle Wechsel solle die Handlungsfähigkeit der Verwaltung sichern und die Qualität an den Stränden verbessern. Der Consell de Govern verweist darauf, dass mit dem neuen Verantwortlichen der Dialog mit den betroffenen Gemeinden und Betreibern intensiviert werden solle.

Im Kern geht es damit um die Balance zwischen Rechtssicherheit bei Konzessionen, dem Schutz öffentlicher Güter und dem wirtschaftlichen Gewicht der Strände in einer Tourismusregion. Die geforderte Sondersitzung würde die gegensätzlichen Darstellungen erstmals im Plenum zusammenführen und die Rolle von Juan Manuel Lafuente in den Entscheidungen der Küstenverwaltung öffentlich beleuchten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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