Balearen

Balearen: Alianza por el Agua warnt vor Übernutzung der Aquifere und fordert Baugrenzen

Die Umweltvereinigung Alianza por el Agua warnt am 18. August vor einer chronischen Übernutzung der Aquifere auf den Balearen und verlangt Grenzen für das Siedlungswachstum sowie strengere Kontrollen der Entnahmen. Aktuelle Regierungsdaten beziffern die…

Die Alianza por el Agua hat am 18. August vor einem kritischen Zustand der Grundwasserleiter auf den Balearen gewarnt und sofortige Begrenzungen des Siedlungswachstums gefordert. Die Organisation verweist auf aktuelle Angaben der Conselleria del Mar y del Ciclo del Agua, wonach die Grundwasserreserven im Juli bei 39 Prozent lagen. Nach Berechnungen des Bündnisses seien in einer jüngeren Periode rund 22 Milliarden Liter mehr aus den Aquiferen entnommen worden, als die wasserrechtlichen Vorgaben zulassen. Haupttreiber der Nachfrage seien die öffentliche Trinkwasserversorgung und der dezentrale Verbrauch in Gebäuden auf Flächen im Außenbereich, die häufig nicht über alternative Quellen verfügten.

Konkret fordert die Alianza por el Agua eine Rücknahme jener Passagen der sogenannten ley ómnibus, die Kommunen erlauben, Bebauungspläne ohne vorheriges Gutachten zur Wasserversorgung voranzutreiben. Neue Entnahmegenehmigungen sollten gedeckelt und an nachweislich verfügbare Ressourcen gekoppelt werden. Ergänzend verlangt die Organisation ein beschleunigtes Leckagemanagement in den Verteilnetzen, die Ausweitung der Meerwasserentsalzung sowie die systematische Wiederverwendung gereinigter Abwässer, um die Aquifere zu entlasten. Nach Einschätzung des Bündnisses ist das Zusammenspiel aus anhaltendem Nachfragewachstum und ausbleibender Kapazitätssicherung der Kern des Problems; ohne eine wasserbezogene Folgekostenprüfung im Planungsrecht drohten weitere Fehlanreize.

„Der Rückgang der unterirdischen Reserven ist keine Momentaufnahme dieses Sommers, sondern das Ergebnis einer langjährigen Übernutzung, verschärft durch ungebremstes Siedlungswachstum“, erklärte Rafael Tur, Sprecher der Alianza por el Agua. Die genannte ley ómnibus wirke in diesem Zusammenhang als Beschleuniger, weil sie die planerische Prüfung der Wassersituation schwäche. Die von der Conselleria del Mar y del Ciclo del Agua veröffentlichten Monitoringwerte dienten als aktueller Anlass für die neuerliche Warnung der Umweltvereinigung.

Politische Entscheidungen über mögliche Kurskorrekturen liegen nun bei der Regionalregierung und den Gemeinden. Das Bündnis drängt darauf, Neubautätigkeit verbindlich an gesicherte Wasserkapazitäten zu knüpfen und kurzfristig Maßnahmen mit schneller Entlastungswirkung zu priorisieren. Die Kombination aus besserer Netzbewirtschaftung, zusätzlicher Meerwasserentsalzung und der Wiederverwendung gereinigter Abwässer soll nach seinem Konzept die Abhängigkeit von den Aquiferen senken. Ob und in welchem Umfang diesen Vorschlägen gefolgt wird, bleibt abzuwarten; die veröffentlichten Vorratsdaten setzen die Debatte über Wachstumsgrenzen und Ressourcenschutz auf den Balearen jedoch erneut auf die Tagesordnung.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk