Kanaren

Ausgrabung in Buenavista del Norte belegt Nutzung einer Höhle durch Guanche bis ins 16. Jahrhundert

In einer Höhle im Barranco de El Palmar auf Teneriffa deuten vorläufige Datierungen auf eine fortgesetzte Nutzung durch die indigene Bevölkerung nach der Eroberung der Insel hin. Die Arbeiten werden von der kanarischen Kulturverwaltung…

Kern: In einer großen Höhle im Barranco de El Palmar bei Buenavista del Norte (Teneriffa) haben Archäologinnen und Archäologen Befunde und vorläufige Datierungen erfasst, die auf eine Nutzung durch Angehörige der guanchischen Bevölkerung bis ins 16. Jahrhundert hindeuten – also in die Zeit nach Abschluss der kastilischen Eroberung der Insel 1496. Die ersten Ergebnisse wurden am 12. August 2026 öffentlich gemacht.

Belegte Befunde: Laut Projektleitung richtet sich die aktuelle Kampagne auf eine Höhle in den Mittellagen des Valle von Buenavista del Norte, wo bislang fast vierzig Höhlen mit Wohn- und Bestattungsfunktion identifiziert wurden. Schichtabfolge, Fundkontexte und Datierungen stützen die Annahme einer kontinuierlichen Nutzung über die Eroberungszeit hinaus. Genannt werden Spuren alltäglicher Tätigkeiten, Viehhaltung, Landwirtschaft sowie Hinweise auf Bestattungspraktiken. Die Arbeiten dienen zugleich der Dokumentation und dem Schutz der Fundstelle in El Palmar.

Akteure und Verfahren: Träger des Vorhabens ist die Dirección General de Cultura y Patrimonio Cultural der Regierung der Kanarischen Inseln in Zusammenarbeit mit dem Ayuntamiento de Buenavista del Norte. Die Kampagne ist in Maßnahmen zur Pflege und Aktualisierung des archäologischen Erbes der Gemeinde eingebettet. Nach Angaben der zuständigen Stellen sollen die Proben unter Laborbedingungen ausgewertet und die Datensätze in wissenschaftlichen Formaten publiziert werden.

Kontext und Einordnung: Die Untersuchungen zielen darauf, die Persistenz indigener Lebensweisen nach der Eroberung sowie Prozesse der Koexistenz und Akkulturation zwischen Guanche und neu zugewanderten Kolonisten besser zu fassen. Für die Mittellagen von Teneriffa, in denen Höhlenräume traditionell vielfältig genutzt wurden, könnten die Ergebnisse die Chronologie und die Funktionsabfolgen einzelner Fundstellen präzisieren.

Folgen und Ausblick: Bis zur Vorlage vollständiger Laborergebnisse und einer systematischen Publikation bleiben der Umfang und die genaue Ausgestaltung der guanchischen Kontinuität offen. Erwartet werden Empfehlungen zur Konservierung, zu Schutz- und Zugangsregeln sowie Hinweise für die kommunale Raum- und Kulturplanung in Buenavista del Norte. Die Behörden auf den Kanaren kündigen an, im Dialog mit der Gemeinde den Schutzstatus besonders sensibler Bereiche im Barranco de El Palmar zu prüfen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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