In Madrid haben Objekte aus dem Pazo de Meirás deutlich höhere Preise erzielt als angesetzt. Bei der Versteigerung am Dienstag wurde eine fotografische Porträtaufnahme von Francisco Franco für 2.250 Euro zugeschlagen; ein Wandteppich mit dem Wappen des franquistischen Regimes erreichte 9.000 Euro. Ein Porträt, das der Tochter Carmen Franco gewidmet ist, vervielfachte seinen Ausrufungspreis. Die Auktion findet an zwei Tagen bei Magna Art Auctions in Madrid statt; der erste Teil zog sich über mehr als sechs Stunden bis in die Nacht. Für Mittwoch war die Fortsetzung angekündigt.
Die angebotenen Gegenstände stammen aus dem Pazo de Meirás in Sada (A Coruña), der ehemaligen Sommerresidenz des Diktators. Sie waren in diesem Jahr aus dem Anwesen herausgebracht worden. Nach Angaben der Veranstalter und übereinstimmender Medienberichte erfolgte die Entnahme unter Aufsicht der Abogacía del Estado. Behördenvertreter reklamierten in diesem Zusammenhang keine pauschalen Eigentumsrechte des Staates an den jetzt angebotenen beweglichen Objekten; damit war die Veräußerung durch die Erben rechtlich möglich. Im Katalog waren knapp 700 Lose gelistet.
Der Verkauf ist politisch und erinnerungskulturell umstritten. Organisationen wie die Comisión pola Recuperación da Memoria Histórica in A Coruña warnten im Vorfeld, unter den Stücken könnten sich Objekte mit eigenem kulturhistorischem Schutzstatus befinden. Kritiker bemängeln, der symbolische Gehalt der Relikte des Regimes werde durch die Kommerzialisierung überdeckt, während die Nachfrage von Sammlern und nostalgisch geprägten Käufern die Preise in die Höhe treibe. Die Auktionsleitung betonte hingegen einen ordnungsgemäßen Ablauf und verwies auf die Einhaltung der geltenden Vorschriften.
Das Pazo de Meirás ist seit Jahren Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen zwischen Staat, Regionalbehörden und der Familie des Diktators. Während das Anwesen selbst inzwischen als öffentliches Gut behandelt wird, blieb der Status einzelner beweglicher Gegenstände strittig und wird von Fall zu Fall geprüft. Die jetzt erzielten Zuschläge schaffen kurzfristig Einnahmen für die Erben. Politisch könnten sie die Debatte über eine klarere gesetzliche Regelung für bewegliche Güter aus historisch relevanten Liegenschaften befeuern. Offen bleibt zudem, ob eine vollständige, öffentlich zugängliche Liste aller veräußerten Objekte sowie eine endgültige Bestätigung vorgelegt wird, dass keine als Kulturgut eingestuften Stücke betroffen sind.
Für Mittwochabend wurden weitere Zuschläge erwartet; genaue Endergebnisse des zweiten Auktionstages lagen zunächst nicht vor.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).