Kurzmeldung
In Gijón/Nuevo Roces wächst der Druck auf die staatliche Wohnungsbehörde Viviendas del Principado de Asturias (Vipasa), die geplante Zwangsräumung einer Frau, die als Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt anerkannt ist, und ihrer neunjährigen Tochter auszusetzen. Mehrere Verbände – darunter der Sindicato de Inquilinas e Inquilinos de Asturias, Amnesty International, das Lehrergewerkschaft SUATEA und der lokale Sindicato de Vivienda – gingen am 25. September 2026 in Oviedo/Uviéu in die Büros von Vipasa, um ein Moratorium zu verlangen und auf die Vulnerabilität der Betroffenen hinzuweisen.
Die Verbände verweisen auf eine gerichtliche Erwähnung besonderer Schutzbedürftigkeit der Mieterin und fordern, dass diese rechtlich festgehaltene Verwundbarkeit bei der Vollstreckung berücksichtigt wird. Nach Angaben der Unterstützerin ist die Familie stark verwurzelt: die Schülerin sei in der Nachbarschaft eingeschult, Lehrkräfte hätten mögliche Nachteile einer plötzlichen Umsiedlung dokumentiert. Den Aktivistinnen und Aktivisten zufolge entstanden die Mietrückstände, nachdem zeitweise Unterstützungsleistungen entfielen und bevor Leistungen wie das ingreso mínimo vital wieder griffen.
Vipasa dagegen begründet das Vorgehen mit langjährigen, freiwilligen Zahlungsrückständen seit 2021. Die Geschäftsführerin Marta Pulgar erklärt, die Gesellschaft habe über Jahre Mediationsmaßnahmen, soziale Interventionen und mehrere Zahlungsangebote versucht, die Rückstände zu regulieren; ein Gericht habe im April 2026 den Vertrag wegen Impago aufgelöst und die Rückgabe der Wohnung angeordnet. Vipasa betont zudem, dass die Exekution einer gerichtlichen Entscheidung unterliege und formale Voraussetzungen erfüllt sein müssten.
In den Berichten gibt es eine Datendifferenz: Einige Medien nennen den 28. September 2026 als Termin der Vollstreckung, andere den 29. September 2026. Ob ein kurzfristiger Vollstreckungsstopp möglich ist, hängt nun von weiteren gerichtlichen Maßnahmen und von neuerlichen Einschätzungen der Sozialdienste ab. Die Auseinandersetzung hat in Gijón eine breitere Debatte über Zwangsräumungen im sozialen Wohnungsbestand und über die Anwendung besonderer Schutzmechanismen für verletzliche Haushalte ausgelöst.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).