Die Stadt Arrecife geht gegen ein Wohnprotest-Camp im Parque José Ramírez Cerdá vor. Nach übereinstimmenden Medienberichten hat die Policía Local de Arrecife die dort Campierenden wiederholt kontrolliert, ihre Personalien festgestellt und mit einer Räumung sowie Bußgeldern gedroht, die je nach Tatbestand und Addition einzelner Posten bis zu 4.500 Euro pro Person erreichen könnten. In anderen verwaltungsrechtlichen Hinweisen waren Beträge von 1.500 oder 3.000 Euro genannt worden. Die Stadtverwaltung verweist auf Verbote von nächtlichen Zeltlagern im Stadtgebiet und auf den Denkmalschutz des Parks.
Unmittelbar zuvor hatten sich am Donnerstag, 8. Oktober 2026, nach Angaben der Veranstalterinnen und Veranstalter mehr als hundert Menschen im Zentrum von Arrecife zur IV Asamblea Ciudadana por el Derecho a la Vivienda versammelt. Die Zusammenkunft diente der Koordination von Unterstützung für Haushalte, die von Zwangsräumungen bedroht sind. Zu Beginn gedachten die Teilnehmenden der 87-jährigen Mari Carmen, die im September zwangsgeräumt worden war und in dieser Woche in einem Krankenhaus in Madrid gestorben ist. Unter dem Slogan „Ni una Mari Carmen más“ wurden Kerzen entzündet und Plakate niedergelegt.
In der Versammlung wurde die wachsende Wohnungsnot auf Lanzarote thematisiert. Genannt wurden insbesondere stark steigende Mieten, fehlender bezahlbarer Wohnraum und der Druck des touristischen und immobiliengetriebenen Entwicklungsmodells, der Quartiere verändere und es Einheimischen erschwere, auf der Insel zu bleiben. Die Organisatorinnen und Organisatoren kündigten an, betroffene Familien bei drohenden Räumungen zu begleiten, an friedlichen Protestformen festzuhalten und weitere Aktionen bis hin zu lokalen Arbeitsniederlegungen zu prüfen. Es handelt sich um Ankündigungen der Versammlungsvertreter; konkrete Termine lagen zunächst nicht vor.
Die Dirección Insular de la Administración General del Estado in Lanzarote erklärte nach Angaben aus Behördenkreisen, gegen die angemeldete Versammlung bestünden grundsätzlich keine Einwände. Die tatsächliche Besetzung und das Aufstellen von Elementen im öffentlichen Raum bedürften jedoch der Zustimmung der zuständigen lokalen Verwaltung. Damit liegt die Entscheidung über das Fortbestehen des Camps beim Ayuntamiento de Arrecife.
Die Auseinandersetzung auf Lanzarote ist Teil einer breiteren Mobilisierung zum Thema Wohnen in Spanien, die durch den Fall von Mari Carmen zusätzlichen Auftrieb erhalten hat. Bürgerinitiativen und Mieterorganisationen berichten von weiteren Aktionen in den kommenden Tagen. Offizielle Anordnungen zu Zwangsräumungen im Park oder ein konkreter Einsatztermin der Polizei wurden bis Freitagmorgen nicht bestätigt. Nach Beobachtungen von Lokalmedien hielten Teile der Proteste am 8. und 9. Oktober an.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).