Die Präsidentin des spanischen Kongresses, Francina Armengol (PSIB-PSOE), hat am 7. November 2026 in Ibiza die von der Partido Popular geführten Verwaltungen aufgefordert, offenzulegen, ob sie öffentliches Geld an das Internetmedium Okdiario überweisen. Armengol knüpfte ihre Forderung an Berichte, wonach Zahlungen im Umfeld der Verteidigung des ehemaligen Ministeriumsberaters Koldo García eine Rolle spielen. Sie verlangte von Kommunen und Räten, die der Partido Popular regiert, eine transparente Darlegung etwaiger Verträge, Zuschüsse oder Anzeigenbudgets für Okdiario.
Vertreter der Partido Popular auf den Balearen wiesen die Unterstellungen zurück und forderten Armengol im Gegenzug auf, politische Verantwortung für umstrittene Beschaffungen von Schutzmasken während der Pandemie zu übernehmen. Der Kandidat José Vicente Marí verwies dabei auf rund vier Millionen Euro, die nach seiner Darstellung noch zurückgefordert werden müssten. Gerichtliche Feststellungen zu diesen genannten Summen liegen bislang nicht vor.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind Unterlagen, die nach Medienangaben der Audiencia Nacional vorgelegt wurden. Nach Berichten von RTVE und EFE existieren zwei Rechnungen über zusammen rund 242.000 Euro für Garcías Verteidigung, datiert auf Ende 2025 und Januar 2026. Über die Herkunft der Mittel und den Zahlweg gibt es unterschiedliche Darstellungen: Die Verteidigung erklärte, die PSOE habe die Honorare nicht bezahlt. Armengols Verweis auf Okdiario zielt auf die Klärung, ob und in welcher Form Verwaltungen unter Führung der Partido Popular parallel öffentliche Mittel an das Medium oder dessen Herausgeberin Dos Mil Palabras S.L. geleistet haben. Eine abschließende behördliche oder gerichtliche Bewertung dieser Zahlungsstränge liegt derzeit nicht vor.
Offen ist damit zweierlei: Erstens, ob und in welchem Umfang PP-geführte Verwaltungen Gelder an Okdiario oder verbundene Unternehmen gezahlt haben und aus welchen Haushaltsstellen diese stammen. Zweitens, ob die von der Opposition genannten Beträge aus Maskenverträgen rechtlich tatsächlich rückforderbar sind. Bis entsprechende Prüfberichte oder Entscheidungen vorliegen, bleibt der Konflikt eine politisch zugespitzte, auf Dokumente und Gegendarstellungen gestützte Debatte. Die Audiencia Nacional prüft nach den vorliegenden Medienberichten Verfahrensunterlagen und Nachfragen zum Zahlungsverlauf; daraus folgt jedoch keine automatische strafrechtliche Einordnung.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).