Der valencianische Architekt und Stadtaktivist Carles Dolç ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Das berichteten am Freitag und Samstag mehrere Regionalmedien. Die Stadt Valencia würdigte Dolç bereits 2015 mit dem Titel „Fill Predilecte de la Ciutat de València“. Offizielle Angaben zu Todesumständen oder Trauerfeierlichkeiten lagen zunächst nicht vor.
Dolç galt als eine Schlüsselfigur der städtischen Bürgerbewegungen, die in den letzten Jahren der Franco-Diktatur und während des demokratischen Übergangs grundlegende Weichen für Valencia stellten. In den 1970er-Jahren engagierte er sich für den Schutz der Devesa del Saler und gegen eine autogerechte Umgestaltung des alten Flussbetts des Túria. Die Auseinandersetzungen trugen dazu bei, dass aus dem ehemaligen Flusslauf ein durchgehender Grünraum für die Stadt wurde. Spätere Initiativen wie Salvem el Cabanyal und Salvem el Botànic knüpften an dieses Verständnis von Stadt als öffentlichem Gemeingut an.
Beruf und Engagement griffen bei Dolç ineinander. Als Architekt und Städtebauer setzte er sich für Rehabilitierung, behutsame Erneuerung und eine Planung ein, die Lebensqualität, öffentliches Grün und soziale Belange priorisiert. 2021 fasste er diese Erfahrungen und die Geschichte der lokalen Bewegungen in seinem Buch Del Saler al Túria zusammen. Darin dokumentierte er, wie kollektiver Widerstand Projekte veränderte und dauerhafte Alternativen hervorbrachte, die heute das Bild Valencias prägen.
Politisch stand Dolç in Opposition zum Franco-Regime. Er war im linken Spektrum verankert, gehörte dem Moviment Comunista del País Valencià an und wirkte als Brückenbauer zwischen intellektuellen Debatten, Nachbarschaftsinitiativen und der institutionellen Politik der jungen Demokratie. Weggefährtinnen und Weggefährten beschreiben ihn als beharrlichen Organisator und Vermittler, der Fachwissen in gemeinschaftliche Prozesse übersetzte.
In der Amtszeit des damaligen Bürgermeisters Joan Ribó wurde Dolç 2015 zum „Fill Predilecte de la Ciutat de València“ ernannt – eine Auszeichnung, die seine Rolle als Bezugspunkt für Architektur, Stadtentwicklung und zivilgesellschaftliche Teilhabe anerkennt. Nachrufe betonen, dass ohne die von ihm mitgeprägten Bewegungen zentrale Räume Valencias heute anders aussähen.
Zu den möglichen weiteren Schritten – etwa offiziellen Ehrungen oder einer öffentlichen Abschiednahme – äußerten sich Stadtverwaltung und Familie zunächst nicht. Medien verweisen darauf, dass ergänzende Angaben in den kommenden Tagen erwartet werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).