Balearen

Anna Todd präsentiert in Magaluf Roman über Mallorca und spricht über Overtourism

Die US-Autorin stellte beim Festival de Literatura Expandida de Mallorca ihren Roman Sunrise: El último amanecer vor und verband ihn mit den Debatten über Massentourismus und Immobiliendruck auf der Insel.

Die US-Schriftstellerin Anna Todd hat am 3. Oktober 2026 beim Festival de Literatura Expandida de Mallorca (FLEM) in Magaluf ihren Roman Sunrise: El último amanecer vorgestellt. Im anschließenden Gespräch betonte sie, warum sie Mallorca als Schauplatz wählte: Die Insel vereine das Postkartenbild einer Urlaubsidylle mit spürbaren Spannungen durch Massentourismus, steigende Mieten und den Zufluss internationalen Kapitals. Diese Kontraste prägen die Handlung ihres Buches, das Beziehungen, Aufstiegserzählungen und Brüche in einem von Luxusangeboten und Immobilienaufwertung geprägten Umfeld spiegelt.

Das FLEM findet in seiner sechsten Ausgabe vom 1. bis 4. Oktober in Magaluf (Gemeinde Calvià) statt und versammelt mehr als 30 Autorinnen und Autoren. Für die Organisatoren ist die Verbindung von Literatur und Gegenwartsdebatten programmatisch; Magaluf wurde bewusst als Bühne gewählt, weil der Ort selbst zu den Brennpunkten der Diskussion über Besucherzahlen, Arbeitsbedingungen und städtische Entwicklung auf Mallorca zählt. Das Ajuntament de Calvià unterstützt das Festival logistisch, um die Nachsaison kulturell zu profilieren.

Todd, bekannt durch die international erfolgreiche After-Reihe, verankert in Sunrise: El último amanecer Figuren, die zwischen Urlaubswünschen, familiären Bindungen und sozialem Status manövrieren. Zentral sind eine Mutter und ihre Tochter, deren Lebensentwürfe mit der Anziehungskraft der Insel und den Verwerfungen eines heiß gelaufenen Marktes kollidieren. Beobachtungen zu Slogans und Demonstrationen gegen „Touristifizierung“, die in den vergangenen Sommern mehrfach in Palma und Ferienorten sichtbar wurden, fließen als erzählerischer Hintergrund ein. Damit knüpft der Roman an eine breite Debatte auf den Balearen an, die von Mietpreisen über Zweitwohnsitze bis zu Regeln für Ferienvermietung reicht.

Zur Vermarktung des Stoffes über das Buch hinaus ist bereits eine Verfilmung für Prime Video angekündigt; im Sommer erschienen Trailer und Vorabberichte. Todd sieht darin eine Chance, das Setting Mallorca einem breiten Publikum nahezubringen, ohne die Konflikte zu romantisieren. Ob das Werk die öffentliche Aufmerksamkeit für die Inseldebatten spürbar verstärkt, bleibt eine offene Folgefrage, die sich erst mit dem weiteren Medienecho beantworten lässt.

Bei der Veranstaltung in Magaluf standen nach der Lesung Fragen des Publikums im Mittelpunkt: Wie lassen sich touristische Prosperität, soziale Verträglichkeit und Umweltschutz zusammenbringen, und welche Rolle kann Populärliteratur spielen, um diese Spannungen in erzählerische Formen zu übersetzen? Das FLEM setzt in diesem Jahr gezielt auf solche Schnittstellen von Kultur und Alltagserfahrung – und nutzt Magaluf als realen Resonanzraum für fiktionale Stoffe.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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