Der Präsident der Junta de Andalucía, Juanma Moreno, hat am 24. September 2026 vor dem Europäischen Ausschuss der Regionen in Irland gefordert, Andalusien als „südliche Grenze Europas“ anzuerkennen. Mit dem als „Frontera Sur“ bezeichneten Status solle die Europäische Union zusätzliche Finanzmittel, Personal und Befugnisse bereitstellen, um Schleuserkriminalität und Drogenhandel an Spaniens Südgrenze wirksamer zu bekämpfen.
Moreno begründete seine Forderung mit der anhaltenden Drucklage entlang der Meereswege über die Straße von Gibraltar und die andalusische Küste. Besonders der Raum Campo de Gibraltar und die Küste der Provinz Cádiz seien von Schmuggelrouten, Schnellbooten und gewaltsamen Übergriffen der Banden betroffen. Auch die Lage in Ceuta erfordere nach Morenos Darstellung mehr europäische Aufmerksamkeit und Unterstützung. Die lokalen Verwaltungen und die Sicherheitskräfte leisteten viel, stießen jedoch ohne eine verstärkte Koordinierung und Finanzierung durch die Europäische Union an Grenzen, sagte er.
Konkret verlangte Moreno laut seiner Darstellung ein Paket aus struktureller Finanzierung, zusätzlichem Personal für Ermittlungen und Küstenüberwachung sowie schnelleren Verfahren der justiziellen Zusammenarbeit. Er verwies auf die europäische Zuständigkeit für den Schutz der Außengrenzen und auf die operative Unterstützung durch Frontex und Europol, die nach seiner Einschätzung in Südspanien ausgebaut werden sollte. Zudem plädierte er für eine engere Verzahnung der Prävention, der Strafverfolgung und der Bekämpfung von Geldwäsche, um die Geschäftsmodelle der Netzwerke zu unterbinden.
Der Begriff „Frontera Sur“ ist ein politischer Vorschlag und kein etablierter Rechtsstatus der Europäischen Union. Ob und in welcher Form die geforderte Einstufung rechtlich verankert und finanziell hinterlegt werden könnte, ist offen. Eine unmittelbare Reaktion der spanischen Zentralregierung oder der EU-Institutionen lag nach der Rede nicht vor. Im Ausschuss der Regionen wird das Thema nach Angaben aus der Sitzung weiter beraten.
Hintergrund ist eine seit Jahren wachsende Belastung der andalusischen Küsten durch wechselnde Migrationsrouten sowie ein hochprofessionell organisiertes Rauschgiftnetzwerk im westlichen Mittelmeerraum. Kommunen und die Junta de Andalucía verweisen regelmäßig auf die besonderen Kosten für Überwachung, Rettung und Strafverfolgung. Mit der nun bekräftigten Forderung zielt Andalusien darauf, die Südgrenze Spaniens als gesamteuropäische Aufgabe zu verankern und dauerhaft zu finanzieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).