Andalusien

Andalusien senkt frühen Schulabbruch – Freiwillige „hadas madrinas“ unterstützen Schulen

Die Quote des frühen Schulabbruchs ist in Andalusien von 21,63 Prozent (2019) auf 15,69 Prozent im ersten Quartal 2026 gesunken. Die Regionalregierung nennt mehr Personal in benachteiligten Vierteln und lokale Freiwilligenarbeit als Treiber.

Andalusien hat die Quote des frühen Schulabbruchs deutlich gesenkt. Nach aktuellen Angaben liegt sie im ersten Quartal 2026 bei 15,69 Prozent, nach 21,63 Prozent im Jahr 2019. Die Daten stammen aus der Arbeitskräfteerhebung des Instituto Nacional de Estadística (EPA). Im spanienweiten Vergleich bleibt die Region damit über dem Mittel, zeigt aber einen stabilen Rückgang seit mehreren Jahren.

Die Junta de Andalucía führt die Entwicklung auf ein Bündel an Maßnahmen zurück, insbesondere auf zusätzliche personelle Ressourcen an Schulen in sozial benachteiligten Vierteln. In den sogenannten Zonas de Transformación Social wurden nach Regierungsangaben in diesem Schuljahr 1.015 zusätzliche Lehrkräfte an Grund- und Sekundarschulen eingesetzt. Hinzu kommen 328 Fachkräfte der schulischen Orientierung, die Programme für emotionales Wohlbefinden, Inklusion und individuelle Förderung begleiten. Diese Angaben sind der öffentlichen Kommunikation der Regionalregierung zu entnehmen; eine unabhängige Wirkungsanalyse nach Maßnahmen liegt bislang nicht vor.

Parallel verweisen Schulen und lokale Akteure auf die Rolle von Ehrenamtlichen. In Sevilla, im Stadtteil Polígono Sur, unterstützen Freiwillige, die in der Berichterstattung als „hadas madrinas“ bezeichnet werden, regelmäßig den Unterricht am CEIP Nuestra Señora de la Paz. Sie helfen Kindern beim Lesenlernen, beim Rechnen und bei der Integration in den Schulalltag. Lehrkräfte schildern, dass solche kontinuierlichen Begleitungen die Motivation steigern und Fehlzeiten verringern können – Effekte, die in Vierteln mit hoher Armutsbelastung besonders ins Gewicht fallen. Diese Einschätzungen beruhen auf Erfahrungen der Beteiligten; quantitativ belastbare Evaluationsdaten zu einzelnen Projekten sind öffentlich nicht systematisch ausgewiesen.

Die Zahlen der EPA zeigen eine positive Tendenz, doch bestehen regionale Unterschiede innerhalb Andalusiens fort. Fachleute verweisen darauf, dass frühe Bildungsabbrüche eng mit Haushaltslage, Beschäftigungsaussichten und Wohnumfeld zusammenhängen. Maßnahmen, die Unterrichtsqualität und Schulbindung stärken, wirken daher besonders dort, wo Armut, informelle Arbeit und beengte Wohnverhältnisse zusammentreffen.

Aus Sicht der Politik sind Verstetigung und Verzahnung zentral: Strukturelle Unterstützung durch die Schulen und zielgenaue Sozialpolitik sollen mit kommunalen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammenwirken. Ob der jüngste Rückgang verstärkt auf Personalaufstockung, auf lokale Freiwilligenarbeit oder auf konjunkturelle Faktoren zurückgeht, lässt sich auf Basis der veröffentlichten Daten nicht trennscharf beziffern. Weitere Auswertungen der EPA und unabhängige Wirkungsevaluationen gelten als notwendig, um die Anteile der einzelnen Instrumente verlässlich zu bestimmen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk