Die Junta de Andalucía finanziert ab sofort die Gentherapie Vyjuvek für klinisch geeignete Menschen mit Epidermolysis bullosa. Das kündigte Regionalpräsident Juanma Moreno am 5. November 2026 beim Auftakt der Fachtage „Piel de Mariposa: de la evidencia a la vida“ im Hospital Virgen del Rocío in Sevilla an. Nach Angaben der Regionalverwaltung sind 15 Patientinnen und Patienten für Vyjuvek autorisiert; 11 von ihnen haben die Behandlung bereits begonnen.
Die Regierung in Sevilla begründet den Schritt mit dem bisher fehlenden landesweiten Kostenerstattungsrahmen. Zwar ist Vyjuvek in der Europäischen Union sowie in Spanien zugelassen, eine allgemeine Finanzierung durch den Sistema Nacional de Salud steht jedoch aus. Moreno forderte die Zentralregierung auf, rasch eine gesamtstaatliche Lösung zu schaffen. Bis dahin werde Andalusien die Versorgung der Betroffenen in der Region sicherstellen.
Zur epidemiologischen Lage führt die Junta de Andalucía aus, in Spanien seien nach Angaben der Patientenorganisation DEBRA mehr als 500 Menschen mit Epidermolysis bullosa registriert. In Andalusien verzeichne das Register 73 Betroffene, darunter 47 mit der schwereren, dystrophischen Form. Die Regionalregierung stellt heraus, dass ein verlässlicher Zugang zur Therapie die Versorgungssicherheit für diese Patientinnen und Patienten verbessert, während politische und finanzielle Fragen zur dauerhaften, landesweiten Aufnahme in das Leistungssystem weiterhin offen sind.
Flankierend kündigte die Gesundheitsverwaltung zusätzliche Maßnahmen an. Der Servicio Andaluz de Salud baut eine freiwillige „red de odontólogos“ auf, um orale Komplikationen zu verringern und Risiken wie medikamentenbedingte Kiefernekrosen besser zu managen. Zudem sollen Fachkräfte in Krankenhäusern und der Primärversorgung gezielt fortgebildet und das regionale Register aktualisiert werden, um die Versorgungslage präziser zu steuern.
Patientenvertretungen wie DEBRA hatten in den vergangenen Monaten auf ungleiche Zugänge in den Autonomen Gemeinschaften hingewiesen und eine zügige Einbeziehung der Gentherapie in die öffentliche Regelversorgung gefordert. Die nun von Andalusien beschlossene Finanzierung adressiert diese Lücke regional, ändert aber nichts daran, dass eine bundeseinheitliche Erstattung durch den Sistema Nacional de Salud weiterhin aussteht. Aussagen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Therapie beruhen auf den Zulassungsentscheidungen der europäischen und spanischen Behörden; zur konkreten Umsetzung in den andalusischen Einrichtungen verweist die Regionalregierung auf die genannten Autorisierungen und die laufenden Behandlungen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).