Almería produziert mehr Solarstrom, als die Netze aufnehmen können. Am 18. Oktober 2026 verweisen aktuelle fachliche Auswertungen auf erhebliche Abregelungen in der Provinz; besonders der Knoten Tabernas gilt als Brennpunkt. Dort wird an der subestación 400 kV nach unabhängigen Analysen zeitweise mehr als 40 Prozent der möglichen Einspeisung von Photovoltaik gekappt, um die Systemsicherheit zu wahren.
Die Größenordnung passt zum starken Ausbau der Erzeugung in der Region. Nach Angaben der Junta de Andalucía waren zum 30. Juni 2026 in der Provinz Almería 1.742,9 Megawatt erneuerbare Leistung installiert, davon 1.220 Megawatt Photovoltaik. In sonnenstarken Stunden entstehen lokale Überschüsse, die die Übertragungs- und Verteilnetze nicht zuverlässig abführen können. Der spanische Netzbetreiber weist die entgangenen Mengen als Energía Renovable No Integrable aus, kurz ERNI. In seinen Systemberichten zeigen die ERNI‑Kurven für 2025 und 2026 einen deutlichen Anstieg, mit besonders hohen Konzentrationen in wenigen Knoten.
Die unmittelbaren Folgen sind messbar: Jede nicht integrierte Megawattstunde verschlechtert die Klimabilanz des Ausbaus, weil emissionsfreie Erzeugung ungenutzt bleibt. Hinzu kommen höhere Kosten für Netzbetrieb und Ausgleich, die über Marktmechanismen mittelbar die Strompreise belasten. Betreiber in Almería berichten, dass wiederkehrende Einspeiseverluste die Kalkulation laufender Projekte, PPA‑Verträge und Finanzierungen unter Druck setzen. Die Regionalregierung kritisiert, die bisher vorgesehenen Netzinvestitionen reichten nicht aus, und verlangt beschleunigte Vorhaben beim Netzausbau und bei Speichern.
Fachleute nennen drei Stellschrauben: erstens den schnelleren Ausbau leistungsfähiger Leitungen und Umspannwerke, zweitens die zügige Anbindung von Großspeichern und drittens mehr flexible Nachfrage vor Ort, etwa durch industrielle Lasten oder steuerbare Elektrolyse. Studien warnen zugleich, dass ohne Koordination zwischen Genehmigungsbehörden, Red Eléctrica de España und Investoren die räumliche Bündelung neuer Parks die Engpässe weiter verschärft. Aussagen zu künftigen Verlustquoten bleiben Prognosen; sie hängen von Projektdurchlaufzeiten, regulatorischen Entscheidungen und der Platzierung neuer Kapazitäten in den kommenden Monaten ab.
Unstrittig ist der aktuelle Anlass: Die Kombination aus hohem Photovoltaikanteil, regional begrenzter Netzinfrastruktur und wachsender ERNI‑Statistik erklärt, warum in Almería – exemplarisch am Knoten Tabernas – ein großer Teil des Solarstroms derzeit nicht zum Verbraucher gelangt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).