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Alcalá de Henares legt größten Luftschutzkeller unter der Plaza de Cervantes frei – Öffnung geplant

Unter der Plaza de Cervantes ist der größte bekannte Luftschutzkeller von Alcalá de Henares freigelegt worden. Die Stadt bereitet die konservatorische Sicherung und eine museale Öffnung vor; Funde belegen Bezüge zur zerstörten Iglesia de…

In Alcalá de Henares ist unter der Plaza de Cervantes der größte bekannte Luftschutzkeller der Stadt freigelegt worden. Nach Angaben der Grabungsleitung und des Rathauses soll der Refugio antiaéreo nach Sicherung und Erschließung für Besucher geöffnet werden. Der aktuelle Stand der Arbeiten und die geplante Nutzung wurden am 19. August 2026 publik gemacht.

Die Anlage entstand während der Guerra Civil und war für bis zu 1.000 Menschen ausgelegt. Archäologische Befunde deuten darauf hin, dass beim Bau Material aus den Ruinen der nahegelegenen Iglesia de Santa María la Mayor wiederverwendet wurde. Sichtbar sind Mauerstücke und Treppenläufe, die den Forschern zufolge mit dem Kirchenensemble in Verbindung stehen; die nördliche Zugangstreppe setzt sich demnach aus Stufen des ehemaligen Hochaltars und Fragmenten eines mittelalterlichen Sepulchres aus dem Umfeld der Capilla del Oidor zusammen. Die Leitung der Ausgrabungen betont zugleich, dass solche Zuschreibungen auf der Befundlage vor Ort beruhen und durch weitere Auswertung der Dokumentation und Laboranalysen abgesichert werden müssen.

„Viele erzählten, sie kennten den Schutzraum, aber die Erinnerung war verzerrt“ – auf diese Diskrepanz zwischen lokaler Überlieferung und baulicher Wirklichkeit verweist das Team um Luis Antonio Ruiz Casero, den Leiter der archäologischen Arbeiten. Die nun freigelegte Stratigrafie erlaubt eine präzisere Datierung einzelner Bauphasen und macht die Eingriffe der Kriegsjahre nachvollziehbar. Zugleich ordnen die Funde die Rolle der Plaza de Cervantes als zentralen Stadtraum neu, der während der Bombardierungen eine Schutzfunktion übernahm.

Das Ayuntamiento de Alcalá de Henares erarbeitet nach eigenen Angaben ein Konzept für Konservierung, Sicherheit und Vermittlung. Ziel ist eine museale Öffnung, die den unterirdischen Bau mit dem überirdischen Erinnerungsraum verbindet. Dazu zählt die Capilla del Oidor, in der das Taufbecken gezeigt wird, in dem Miguel de Cervantes am 9. Oktober 1547 getauft wurde. Die bekannten historischen Bezüge des Platzes zu Kirche und Kapelle gelten als gesichert; die genaue Herkunft einzelner verbauter Steine bleibt Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Ein konkreter Eröffnungstermin für den Besucherverkehr steht noch aus. Detaillierte Fundlisten und vollständige technische Berichte liegen bislang nicht öffentlich vor. Klar ist jedoch: Die Freilegung verknüpft materielle Spuren der Guerra Civil mit der Stadthistorie und schafft die Grundlage, den Refugio antiaéreo als Teil des kulturellen Erbes von Alcalá de Henares zu erschließen – ohne die wissenschaftliche Prüfung der Befunde vorwegzunehmen.

Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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