Galicien

Alberto Lema erhält den Premio Xerais für A boca do río in Vigo

Der galicische Autor Alberto Lema hat den Premio Xerais 2026 für seinen Roman A boca do río entgegengenommen. Die Verleihung fand am 10. Oktober im Museo do Mar de Galicia in Vigo statt.

Der Schriftsteller Alberto Lema hat am 10. Oktober 2026 im Museo do Mar de Galicia in Vigo den Premio Xerais de Novela entgegengenommen. Der Verlag Edicións Xerais bestätigte die feierliche Übergabe des Literaturpreises an Lema für den auf Galicisch verfassten Roman A boca do río. Der Sieger der XLIII. Ausgabe war bereits am 23. Mai 2026 bekannt gegeben worden. Der Premio Xerais ist mit 10.000 Euro dotiert.

A boca do río verknüpft die Geschichte des Stausees von Belesar (Chantada, Provinz Lugo) mit einer literarischen Reflexion über Macht, Enteignung und Kontinuitäten ökonomischer Eliten in Spanien. Im Mittelpunkt steht die großflächige Überflutung und Umsiedlung entlang des Miño im Zuge des Dammbaus, der 1963 unter Francisco Franco eingeweiht wurde. Der Industrielle Barrié de la Maza, Förderer des Projekts, erscheint in der erzählerischen Anlage als Scharnierfigur zwischen Kapital, Staat und lokaler Gesellschaft. Lema verdichtet historische Anlehnungen und fiktive Biografien zu einem Panorama, das die Gewalt des Entwicklungsmodells der Diktatur sichtbar macht.

In einem Interview mit elDiario.es am 8. Oktober 2026 sagte Lema mit Blick auf wirtschaftspolitische Pfadabhängigkeiten: „La Transición dejó intactos los acuerdos económicos del franquismo.“ Diese Zuschreibung ist Teil des erzählerischen Programms des Romans, das die politische und soziale Ordnung der Nachkriegsjahrzehnte als Hintergrund für individuelle Lebenswege nutzt. Die Aussage ist als Autorenposition gekennzeichnet; sie beschreibt keine amtliche Bewertung, sondern eine literarisch begründete Deutung.

Der Premio Xerais gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für Literatur in galicischer Sprache. Mit der diesjährigen Entscheidung stärkt Edicións Xerais erneut Stoffe, die regionale Geschichte mit einer übergreifenden Debatte um Erinnerung, Eigentumsrechte und Infrastrukturpolitik verbinden. Regionale Medien hoben zudem die dokumentarische Präzision hervor, mit der Umsiedlungen, Landenteignungen und die Rolle der Energieindustrie im Nordwesten Spaniens erzählerisch verarbeitet werden.

Die Buchausgabe von A boca do río ist bei Edicións Xerais erschienen. Eine spanischsprachige Übersetzung liegt nach Verlagsangaben derzeit nicht vor. Der Roman ist damit zunächst auf ein galicischsprachiges Publikum ausgerichtet, das die historischen Topografien von Belesar, dem Miño und der Provinz Lugo unmittelbar wiedererkennen dürfte. Zugleich adressiert das Werk anhand seiner Figurenkonstellationen ein landesweites Thema: die Frage, wie sich die wirtschaftlichen Strukturen der Diktatur in der Demokratie fortgesetzt haben könnten – eine Perspektive, die Lema ausdrücklich als literarische Intervention versteht.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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