Wirtschaft

Ab Samstag gilt Präfix 400 für Werbeanrufe in Spanien

Ab diesem Samstag müssen Werbeanrufe in Spanien mit dem Präfix 400 beginnen. Netzbetreiber sollen nicht konforme Anrufe sperren oder kennzeichnen.

Ab Samstag, dem 17. Oktober 2026, müssen in Spanien alle kommerziellen Telefonanrufe mit dem Präfix 400 beginnen. Ziel ist es, unerwünschte Werbeanrufe eindeutig zu kennzeichnen und Verbraucherinnen und Verbraucher besser zu schützen. Die Vorschrift stützt sich auf die Ley de Servicios de Atención a la Clientela und wird vom Ministerio para la Transformación Digital y de la Función Pública umgesetzt.

Die Regel sieht vor, dass Unternehmen für Outbound-Werbung ausschließlich neunstellige Rufnummern nutzen, die mit 400 beginnen. Damit werden Werbeanrufe klar von Nummern für den Kundenservice und andere Dienste abgegrenzt. Die Secretaría de Estado de Telecomunicaciones e Infraestructuras Digitales hat den entsprechenden Nummernraum zugewiesen und technische Vorgaben für die Inbetriebnahme festgelegt. Netzbetreiber sind angehalten, Anrufe zu blockieren oder als nicht konform zu markieren, wenn sie die Kennzeichnungspflicht nicht erfüllen.

Das Ministerium verweist auf eine stark gestiegene Zahl von Beschwerden über Telefonwerbung und auf seit 2025 laufende Programme gegen Betrug per Telefon und SMS. Aus Verlautbarungen geht hervor, dass bereits umfangreiche Filtermaßnahmen greifen. Die Behörden kündigen zudem Kontrollen und Sanktionen an, falls Unternehmen oder Anbieter die neuen Vorgaben umgehen. Nach Angaben aus La Moncloa sollen Zuweisung und Überwachung der neuen Nummernblöcke in Abstimmung mit der Comisión Nacional de los Mercados y la Competencia erfolgen.

Minister Óscar López betont, die Vorgabe gebe Kundinnen und Kunden eine einfache Entscheidungsgrundlage: Beginnt eine Festnetznummer mit 400, ist der Anruf kommerziell. Damit lasse sich die Erreichbarkeit gezielter steuern, etwa durch individuelle Sperrlisten oder netzseitige Optionen für den gesamten Rufnummernbereich. Für Unternehmen bedeutet die Umstellung, dass Contact-Center und Wählsoftware rechtzeitig an die neue Numerierung angepasst werden müssen.

Verbraucherschützer begrüßen die bessere Sichtbarkeit, weisen aber auf Grenzen hin. Eine Kennzeichnung allein reduziere nicht automatisch das Aufkommen unerwünschter Anrufe. Kritisch gesehen werden mögliche Umgehungen durch Rufnummern-Spoofing, die nur mit konsequenten Netzfiltern einzudämmen seien. Die Regierung hält dagegen, dass die Kombination aus klarer Nummernlogik, Netzpflichten und Sanktionen die Wirksamkeit erhöhe.

Die Maßnahme tritt am 17. Oktober 2026 in Kraft. Sie soll die Transparenz im Telefongeschäft erhöhen, ohne legitime Kundenkontakte zu behindern. Rechtliche Details finden sich in der Resolution der Secretaría de Estado de Telecomunicaciones e Infraestructuras Digitales und in begleitenden Mitteilungen des Ministeriums.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk