Baskenland

72 Prozent der Etxebide-Bewerber leben zur Miete und brauchen weiter bezahlbare Optionen

Eine neue Auswertung des Observatorio Vasco de la Vivienda zeigt: Der Bedarf an geschützten Wohnungen im Baskenland verschiebt sich hin zu bereits ausgezogenen Haushalten, die trotz Mietwohnung finanzielle Entlastung und Stabilität suchen.

Der baskische Wohnungsminister Denis Itxaso hat am 2. November 2026 zentrale Ergebnisse eines Berichts des Observatorio Vasco de la Vivienda vorgestellt. Demnach lebt die Mehrheit der weiterhin bei Etxebide eingeschriebenen Bewerberinnen und Bewerber für eine vivienda protegida bereits zur Miete – und braucht dennoch eine bezahlbare, stabile Alternative. Konkret schätzt der Bericht, dass 72 Prozent der registrierten Einheiten in einer kompletten Mietwohnung wohnen oder eine angemietete Wohnung teilen; das entspricht rund 70.240 Einheiten. Bezieht man Haushalte in von Verwandten oder Freunden überlassenen Wohnungen ein, steigt der Anteil der bereits ausgezogenen Bewerberinnen und Bewerber auf 78,1 Prozent.

Die Studie verzeichnet zugleich eine ausgeprägte Verbreitung des Wohnens in geteilten Wohnungen: 28,5 Prozent aller bei Etxebide Eingetragenen teilen sich derzeit eine Wohnung; unter jenen, die speziell eine geschützte Mietwohnung nachfragen, liegt die Quote bei 33 Prozent. Das Teilen senkt die finanzielle Belastung jedoch nicht zwingend auf ein tragfähiges Niveau. Wer ein Zimmer anmietet, zahlt im Mittel rund 450 Euro pro Monat – 452 Euro bei den Antragstellenden für geschützte Miete und 445,9 Euro bei jenen, die eine geschützte Eigentumswohnung anstreben.

Auch bei kompletten Mietwohnungen ist die Belastung hoch. Bewerberinnen und Bewerber für eine vivienda protegida im Mietregime zahlen demnach im Durchschnitt 741 Euro monatlich; unter den Kaufinteressierten sind es 842,6 Euro. Entscheidend ist dabei der Anteil am Einkommen: Bei den bereits aus dem Elternhaus ausgezogenen Haushalten, die eine geschützte Miete suchen, erreicht der geschätzte mittlere Mietaufwand 44,1 Prozent des gemeinsamen Nettoeinkommens der Antragstellenden; bei den Kaufinteressierten liegt er bei 33,9 Prozent. Beide Werte überschreiten den gängigen Orientierungswert von 30 Prozent deutlich.

Die Einkommensdifferenzen spiegeln die unterschiedlichen Ausgangslagen: Die mittleren gemeinsamen Nettoeinkünfte der Haushalte, die eine geschützte Mietwohnung nachfragen, betragen 1.492,5 Euro monatlich; bei den Kaufinteressierten sind es 2.686 Euro. Itxaso hob hervor, die Bedarfslage habe sich gewandelt: Neben Personen, die erstmals eine eigene Wohnung suchen, wachse die Zahl der Haushalte, die trotz bereits erfolgtem Umzug in den freien Mietmarkt eine erschwingliche und verlässliche Wohnperspektive benötigen.

Grundlage der Auswertung sind zwei elektronische Befragungen des Observatorio Vasco de la Vivienda, die im Mai und Juni 2026 durchgeführt wurden und 8.224 vollständige Antworten umfassen – 5.807 von Mietinteressierten und 2.417 von Kaufinteressierten. Der Bericht liefert damit eine aktualisierte Bestandsaufnahme der Wohn- und Einkommenssituation der in Etxebide registrierten Personen und Familien im Baskenland.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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