Am 2. Oktober 2026 hat die andalusische Landesregierung in Barbate (Finca San Ambrosio, Provinz Cádiz) fünfzehn junge Ibis eremita (Waldrappen, Geronticus eremita) offiziell empfangen. Nach Angaben der Junta de Andalucía legten die Vögel eine rund 2.500 Kilometer lange, von Menschen begleitete Zugroute zurück. Der Start erfolgte am 18. August 2026 auf dem Flugplatz Binningen in Hilzingen (Deutschland). Ein dokumentierter Zwischenstopp wurde am 13. September in Girona eingelegt, wo die Tiere von der Fundación Alive betreut wurden. Die Vögel stammen aus der Kolonie des Tierparks Rosegg in Kärnten und werden nun etwa zwei Wochen in der Voliere von San Ambrosio akklimatisiert.
Die Junta ordnet die Ankunft in die langjährige Kooperation zwischen dem Proyecto Eremita, dem Zoobotánico de Jerez und dem europäischen Programm LIFE Northern Bald Ibis ein. Ziel ist der Aufbau einer wiederkehrenden Zugroute zwischen Mitteleuropa und Andalusien, um die Art in geeigneten Überwinterungsgebieten zu stabilisieren. Die Verantwortlichen betonen, Andalusien verfüge über mehr als zwanzig Jahre Erfahrung in der Betreuung des Waldrapps; die in der Provinz bereits etablierte freilebende Population diene als Ausgangspunkt für weitere Maßnahmen.
Die Mitteilung beschreibt den operativen Ablauf der Maßnahme: Pflege, Flugtraining und Markierung der Vögel mit Ringen und GPS‑Sendern sowie kontinuierliches Tracking während der Etappen. Die Migration wurde mit motorisierten Gleitschirmen (Paramotoren) begleitet. Zudem kündigt die Junta neue Freilassungs‑ und Beobachtungsorte in der Region an, darunter Flächen in Medina Sidonia (Finca Poca Sangre). Begleitend sind Schritte zur Minderung von Risiken durch Stromleitungen vorgesehen. Für den vorgesehenen Ausbau stehen laut Mitteilung mehr als 90.000 Euro an Kompensationsmitteln aus Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang mit Projekten der erneuerbaren Energien bereit.
Als Hintergrund nennt die Landesregierung, dass Cádiz inzwischen als eines der wichtigsten Reproduktionszentren der Art in Europa gilt. Nach ihren Angaben umfasst die freilebende Population in der Provinz rund 300 Individuen; in der Brutsaison 2026 seien mindestens 53 Jungvögel ausgeflogen. Die zwischen August und Oktober 2026 durchgeführte Aktion knüpft an frühere, ebenfalls von Menschen geführte Migrationsversuche an. Eine erste erfolgreiche Ankunft in San Ambrosio wurde 2023 verzeichnet. Mit der aktuellen Route sollen genetische Verbindungslinien zwischen Zuchtbeständen in Mitteleuropa und den andalusischen Freipopulationen gefestigt werden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).